Pizza Sei Stagioni

Eigentlich heißt sie ja „Vier Jahreszeiten“ also „Quattro Stagioni“. Da es im Saarland eine fünfte Jahreszeit (Fastnacht) gibt und mit etwas gutem Willen die Bockbier- ähm Fastenzeit als sechste durchgeht, habe ich eine Pizza Sei Stagioni kreiert (links vorher, rechts nachher).

 

Die Zutaten der klassischen Quattro Stagioni nach Angaben des italienischen Kochbuchklassikers „Der Silberlöffel“: Sardellenfilets und grüne Oliven, Miesmuscheln, Kochschinken und Mozzarella sowie Babyartischocken und schwarze Oliven.

Die Zutaten meiner Sei Stagioni: Bergkäse, Salami und Kräuter, Spinat und Feta, Champignons, Zucchini und Pesto sowie Thunfisch und Zwiebeln.

Fazit: Es allen Essern recht getan, ist eine Kunst, die gelingen kann!

Do it yourself-Nudelsuppe

Gott, was ist Glück! Eine Nudelsuppe, eine Schlafstelle und keine körperlichen Schmerzen – das ist schon viel“, lautet ein leicht angewandeltes Zitat von Theodor Fontane. Er hatte wohl recht: Bei uns zuhause zählt die Nudelsuppe zu den beliebtesten Familienessen. Doch wir drei haben unterschiedliche Vorlieben, was die Art und Menge der Zutaten sowie die Konsistenz betrifft. Deshalb heißt es bei uns in Sachen Nudelsuppe: Do it yourself!

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In diesem Bild haben sich auch 20 Markklößchen versteckt, die offenbar keine guten Schwimmer sind. Dass es sich um eine saarländische Nudelsuppe handelt, erkennt man an der Maggiflasche – zumindest hierbei herrscht Einigkeit bei uns drei.

Experimente mit der Food-Foto-App

Ich bin offen für konstruktive Kritik – ich muss nur noch lernen, damit umzugehen. Nachdem mir ein erfahrener Kollege den guten Rat gegeben hat, mir eine „ordentliche“ Food-Foto-App zuzulegen, habe ich mir Foodie auf mein Handy geholt. (Danke S.!)

Jetzt experimentiere ich mit den vielen Filtern von „Mmmh“ und „Süß“ über „Frisch“ und „Lecker“ bis zu „Knusprig“ und „Romantisch“. Mein erstes Modell war ein Salat:

 

Die Beherrschung verlieren: Sauerkrautauflauf

Jürgen Tarrach ist ein Genussmensch. Das sieht man dem deutschen Schauspieler auch an. Man könnte ihn knuffig nennen oder stattlich oder imposant. 2013 hat er zusammen mit seinem Freund Klaus Ortner ein Buch geschrieben. In „Richtig fressen“ schreibt er über den „absoluten, harmonischen Genuss“, wenn das Essen schmeckt, und er gibt Anleitungen, um die „Beherrschung zu verlieren“. Beides gelingt bestens mit seinem Rezept für Sauerkrautauflauf. Er habe es bei Dreharbeiten im österreichischen Waldviertel kennengelernt. Als „kleines Wunder“ bezeichnet Tarrach das Gericht, das in seiner „Schlichtheit unvergleichlich und in seiner saftig säuerlichen Vielfalt grandios“ sei.

Er hat recht! Anfangs ist es schwer vorstellbar, dass diese Mischung nach mehr als ein Resteessen schmeckt. Aber ich kann versichern: Es ist himmlisch – vorausgesetzt man mag Sauerkraut.

In den vergangenen 13 Jahren habe ich das Rezept weiterentwickelt. Statt Fleischreste, wie bei Jürgen Tarrach, nehme ich Hackfleisch und Leberwurst.

Was ich noch toll an diesem Rezept finde: Man muss es mit der Menge der Zutaten nicht so genau nehmen. (Dass beim Backen das Gegenteil gilt, werde ich wohl nie lernen). Deshalb folgt keine Zutatenliste, sondern die Anleitung für das „kleine Wunder“.

P1060624  In etwas Butterschmalz angebraten werden: Zwiebeln, Hackfleisch, Tomatenmark (wenig) und Leberwurst (viel). Für Figurbewusste: Das Fett, das sich dabei ansammelt, kann mit einem Stück Küchenrolle aufgesaugt werden. Anschließend mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und – wir sind schließlich im Saarland – Maggi würzen.In eine Auflaufform kommen

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1. Kartoffeln, die gesalzen werden,

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2. die Hackfleisch-Leberwurst-Mischung,

P1060627  3. Sauerkraut und 4. Crème fraîche (doppelt so viel wie auf dem Foto, am besten eine ganze Schicht; Figurbewusste nehmen Crème légère)

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Ich befürchte, hier habe ich bereits bei der Menge des Sauerkrauts die Beherrschung verloren 😉

P1060632  Nach rund 40 Minuten bei 200 Grad (Ober- und Unterhitze), währenddessen sich in der ganzen Wohnung ein verlockender Geruch breitgemacht hat, ist der Auflauf fertig.

P1060634  Zugegeben: Das Foto wird beim World-Foodblog-Photography-Award nicht in die engere Auswahl der Finalisten kommen, aber so – verfeinert mit ein paar kleingeschnittenen Äpfelchen und viel Pfeffer – schmeckt  mir der Sauerkrautauflauf am besten.

Vermutlich ist das ein Gericht, das nach dem zweiten oder dritten Mal aufwärmen noch besser schmeckt – aber das konnte ich bisher noch nicht verifizieren …

Danke Jürgen!