Bier ist Weltkulturerbe!

20161130_210106Die beste Nachricht des Tages: Die belgische Bierkultur ist von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt worden. Herzlichen Glückwunsch an die vielen großen und kleinen Brauereien, die diese Kultur mit so viel Leidenschaft pflegen!

 

 

 

 

Über belgisches Bier habe ich meine Liebe zu diesem Getränk entdeckt. Meine Stammkneipe in Saarbrücken, die heute Le Tempelier heißt, habe ich seit je her nur „der Belgier“ genannt. Hier gibt es Quack, Leffe, Faro, Grimbergen, Duvel, Delirium Tremens und viele weitere leckere Biere. Und auch ein paar weniger leckere. (Kokosbier – brrr!)

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Belgien wurde im Lauf der Zeit zum geliebten Kurzreiseziel: Brüssel, Brügge, Dinant, Leuven, Mons, Namur, Arlon – schöne Erinnerungen an viele bierige Erlebnisse. Vor Kurzem war es wieder einmal Gent, um (Bier-)Kultur zu genießen. Solche Bierläden sind meine Shoppingparadiese 😉

 

 

Über 1000 verschiedene Biere soll es in Belgien geben. Doch nicht die Quantität prägt die Kultur. Das Reinheitsgebot gilt in Belgien nicht, (Kandis-)Zucker, Gewürze, Früchte und mehr sorgen für Geschmacksvielfalt. Es sind traditionell obergärige Bierspezialitäten, die deshalb auch besonders aromatisch und vollmundig sind. Etwa ganz Besonderes sind die Abteibiere, darunter die Trappistenbiere aus den sechs belgischen Trappistenklöster. Und da gibt es auch noch die Lambics, die durch Spontangärung entstehen. Wer mehr über belgische Bierkultur erfahren möchte, sollte einen Blick ins nächste Programm der vhs Regionalverband Saarbrücken werfen.

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Gut zu wissen: Belgische Biere sind oft sehr stark. Denn zwischen 1919 und 1983 sorgte in Belgien das Vandervelde-Gesetz dafür, dass der Verkauf von Spirituosen in Bars verboten und deshalb Bier mit höherem Alkoholgehalt produziert wurde. Die Namenszusätze „Triple“ und „Quadruple“ weisen auf Hochprozentiges hin. Ähnliches gilt für belgische Weihnachtsbiere. Man muss aber nicht bis zum 24. Dezember warten, um diese zu genießen. Ich stoße auf Belgien an – zum Wohl!

 

Genuss in Salzburg

Ich bin beeindruckt. Klar, wenn man bei einem Koch essen darf, der einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat:

Andreas Döllerer wurde zweimal als “ Koch des Jahres“(2010 Gault Millau, 2015 Rolling Pin) ausgezeichnet. Er war „Gastronom des Jahres“ (Falstaff 2013) und sein Restaurant hält in „Falstaff“ & „a la carte“ jeweils die Höchstwertung von 99 Punkten. Gault Millau vergibt 3 Hauben (18/20 Punkte).“

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Doch was steckt hinter seiner „Cuisine Alpine“? Können, Geschmack, Kreativität, Mut … Andreas Döllerer (Foto: Döllerers Genusswelten) hat alles, was ein Spitzenkoch braucht. Zudem ist er ein sympathischer und bodenständiger Familienmensch sowie ein aufmerksamer und großzügiger Gastgeber, dessen starke Heimatverbundenheit auch im Umgang mit regionalen Produkten deutlich wird. Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit, einige Lieferanten von Andreas Döllerer kennenzulernen – noch mehr Männer, die mich beeindrucken.

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Der Fischzüchter, der Käseerzeuger, der Schnapsbrenner, der Mann von der Alm, der Müller, der Kaviarproduzent – „gstandene“ Männer, echte Typen, authentisch, offen, leidenschaftlich und mit hohem Qualitätsanspruch. Es sind richtige Macher, die nicht auf Masse sondern auf Klasse setzen.

Es sind nur wenige Quadratmeter, die Sigi Schatteiner für seine Fischzucht braucht. In den Becken tummeln sich unter anderem Forellen, Störe und Saiblinge. Das frische Bergquellwasser der Torener Ache sorgt für höchste Wasserqualität.

Mit „Grias enk am Fürstenhof“ begrüßt Niki Rettenbacher seine Gäste. Das sind meist Käsefans, aber auch andere Käseerzeuger, denen er bereitwillig von sich und seiner Arbeit erzählt. Seine Jersey-Rinder erzeugen jene Bio-Rohheumilch, aus der mit viel Handarbeit und Liebe Käsespezialitäten entstehen.

Anton Vogel führt die Brennerei Guglhof. In dem ehemaligen Gutshof werden nicht nur Williamsbirnen, Marillen, Waldhimbeeren, Quitten, Äpfel, Mirabellen, Zwetschken, Vogelbeeren und andere Früchte zu Edelbränden verarbeitet, auch Gin und Whisky zählen zu den Spezialitäten des Hauses.

Und dann der Mann von der Alm. „Robert Scheck ist mit Leib und Seele Bauer, sowohl in der Stadt Salzburg als auch auf der Alm im Tennengau“ lautet die Beschreibung auf Salzburgwiki.at. Er habe keine Philosophie, betont er. Bei einem Rundgang auf seiner Alm, erzählt er von seinen Tieren – unter anderem Hühner, Ziegen, Rinder, Schweine, Fische – , aber auch von den großen Findlingen aus der Eiszeit, den Dreharbeiten für eine Hollywood-Produktion mit Nicolas Cage, die hier stattgefunden haben, vom Standort einer ehemaligen vorchristlichen Kultstätte und von der Felsenhöhle, in der im Zweiten Weltkrieg ein Deserteur unterstützt von der Sennerin jahrelang lebte. Er züchtet Tomaten, Wildgemüse und Kakteen …. ein geerdetes Typ!

Auch Gerhard Wieser steht mit beiden Beinen im Leben. Er ist einer der wenigen Müller im Salzburger Land. In der Lerchenmühle werden Getreide und Mais zu Mehl und Grieß verarbeitet. Die Rohstoffe stammen von ausgewählten österreichischen Landwirten, die strenge Qualitätsstandards (organisch biologischer Landwirtschaft) erfüllen müssen.

Zu guter Letzt der Kaviarerzeuger. Kaviar aus Österreich? Kaviar? Ja! Wenn Walter Grüll von seinen Stören erzählt, die er in großen Freibecken 14 bis 16 Jahre lang aufzieht, spürt man seinen Respekt vor den Tieren. Bei ihm gibt es nicht nur Kaviar in 30-Gramm-Dosen, sondern auch Red Snapper, Forelle, Austern, Karpfen, Heilbut, Thunfisch – über 30 verschiedene Süß- und Salzwasserfische und anderes Meeresgetier. Das Highlight ist  Kaviar, schwarz und weiß, pulverisiert und bald auch in Pralinenform.

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Die Produzentenrunde macht deutlich, dass neben dem Können auch die Achtung vor der Natur und die Liebe zum Beruf wichtige Voraussetzungen für Qualitätsprodukte sind. Aus Ihnen „zaubert“ Andreas Döllerer wiederum jene Gourmetgerichte, für die er zu Recht als einer der besten Köche Österreichs gekürt wurde. Sie heißen „Huchen von der Lerchenmühle, Paradeiser, Physalis & Gewürzsud“, „Wakker, Purple Haze & Gelber Enzian“ oder „Mandelknusper mit Quitten, Kaffee & Dill“. Wer Glück hat, darf an den Chef’s Table – einen großen Tisch in der Döllerer-Küche – und Andreas Döllerer und seinem Team bei der Arbeit zusehen.

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Das Fazit: Diese sieben Männer haben Klasse. Was sie machen, machen sie mit Liebe und Leidenschaft. Sie sind erfolgreich, keine Einzelkämpfer, durchaus selbstbewusst, starke Charaktere … ach, ich gerate schon wieder ins Schwärmen….

Pizza Sei Stagioni

Eigentlich heißt sie ja „Vier Jahreszeiten“ also „Quattro Stagioni“. Da es im Saarland eine fünfte Jahreszeit (Fastnacht) gibt und mit etwas gutem Willen die Bockbier- ähm Fastenzeit als sechste durchgeht, habe ich eine Pizza Sei Stagioni kreiert (links vorher, rechts nachher).

 

Die Zutaten der klassischen Quattro Stagioni nach Angaben des italienischen Kochbuchklassikers „Der Silberlöffel“: Sardellenfilets und grüne Oliven, Miesmuscheln, Kochschinken und Mozzarella sowie Babyartischocken und schwarze Oliven.

Die Zutaten meiner Sei Stagioni: Bergkäse, Salami und Kräuter, Spinat und Feta, Champignons, Zucchini und Pesto sowie Thunfisch und Zwiebeln.

Fazit: Es allen Essern recht getan, ist eine Kunst, die gelingen kann!

Kulinarik-Künstler (Prolog)

Ich weiß leider nicht mehr, wie der Schweizer Gourmet-Koch hieß, der dieses kulinarische Kunstwerk auf den Teller gezaubert hat. Das Gericht, das eine Vorspeise war, war ein Fest für die Sinne. Das Spiel mit Texturen, Farben, Aromen war perfekt!

P1060522Es gibt solche Künstler auch in Saarbrücken. Ich bewundere ihre Leidenschaft und ihren Mut – und ich freue mich darauf, sie kennenzulernen.

Do it yourself-Nudelsuppe

Gott, was ist Glück! Eine Nudelsuppe, eine Schlafstelle und keine körperlichen Schmerzen – das ist schon viel“, lautet ein leicht angewandeltes Zitat von Theodor Fontane. Er hatte wohl recht: Bei uns zuhause zählt die Nudelsuppe zu den beliebtesten Familienessen. Doch wir drei haben unterschiedliche Vorlieben, was die Art und Menge der Zutaten sowie die Konsistenz betrifft. Deshalb heißt es bei uns in Sachen Nudelsuppe: Do it yourself!

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In diesem Bild haben sich auch 20 Markklößchen versteckt, die offenbar keine guten Schwimmer sind. Dass es sich um eine saarländische Nudelsuppe handelt, erkennt man an der Maggiflasche – zumindest hierbei herrscht Einigkeit bei uns drei.

Feinschmeckerin auf Reisen … Mauritius (Und das Bier?)

Wie in jedem Land, in dem Zuckerrohr angebaut wird, gibt es auch in Mauritius feinste Rum-Spezialitäten. Doch auch Bier wird hier produziert. Die größte Brauerei ist Phoenix Beverages. Ich habe ein Phoenix-Bier probiert, doch geschmeckt hat es mir nicht. Es roch eigenartig, schmeckte dann aber wie ein schlichtes Pils.2016-05-04-20-11-44

Doch der Tag vor meiner Abreise hielt noch eine Überraschung bereit: Im Hotel LUX Belle Mare, das ich besichtigen durfte, habe ich nicht nur köstlichen Cold Brew Coffee, orange eingefärbten Karottenkuchen, feinste Tee-Spezialitäten und hausgemachtes Eis getastet, sondern auch Craft Beer der Flying Dodo Brewing Company. Es waren allesamt leichte Biere mit feinen Aromen, die vermutlich auch gut zu Curry und anderen Gerichten der Inseln passen.2016-05-08-16-05-34-1.jpg

Der Dodo ist übrigens das Nationaltier derMauritianer. Der Riesenvogel ist Ende des 17. Jahrhunderts ausgestorben und konnte nicht fliegen. Warum es trotzdem Fying Dodo-Bier gibt, werde ich bei der nächsten Mauritius-Reise herausfinden.

Feinschmeckerin auf Reisen … Mauritus (Treffen mit Willi)

Willibald Reinbacher kommt aus der Steiermark und sein Deutsch ist entsprechend „eingefärbt“. Das hört man auch, wenn der Chefkoch über seine Passion spricht – Aquacasia. Er selbst hat das außergewöhnliche kulinarische Konzept entwickelt, das er im Hotel Shanti Maurice etabliert hat. Aquacasia vereint authentische und gesunde Gerichte von den Komoren, Madagaskar, Mauritius, Seychellen, Sri Lanka, der Réunion, Indonesien, den Malediven und vom Westen Australiens – den Inseln des Indischen Ozeans.

„Außergewöhnliche und authentische kulinarische Erlebnisse für reiselustige, unkonventionelle Leute“, beschreibt Willi, wie er genannt wird, sein Konzept, das er im Stars, einem der Restaurants des Shanti Maurice, umsetzt.

Wer die Gerichte selbst zubereiten möchte, kann beim Meister „in die Lehre“ gehen. Ein Aquacasia-Kochkurs mit Willi ist ein unterhaltsames Erlebnis. In einer schlichten Outdoor-Küche bereitet er Gerichte wie den Millionärs-Salat zu. Palmenherzen sind die kostbare Zutat, denen der Salat seinen Namen zu verdanken hat.

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Auch bei der Zubereitung von Curry lässt sich Willi über die Schultern schauen. Aus seinem Gewürzkoffer wählt er unter anderem Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander-Pulver.

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Weitere Zutaten sind Kokosmilch, frische Curry-Blätter, Ingwer, Zwiebeln

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und Pantana-Essenz (dunkelgrün, nussiges Aroma nach Macadamia und Mandeln -> wo bekommt man das?)

 

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sowie Brotfrucht (siehe Foto), die geschält und in Wasser eingelegt wird und wie Kartoffeln schmeckt, und geräucherter Marlon (Schwertfisch).

(Das Ergebnis war so köstlich, dass ich glatt vergessen habe, es zu fotografieren.)

Nachdem die Teilnehmer beim Schneiden von Ingwer und anderen Hilfsdiensten fleißig waren, dürfen sie sich nicht nur das Essen schmecken lassen, sondern erhalten auch eine Urkunde über die erfolgreiche Teilnahme am Aquacasion-Kurs.

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Ich habe Willi gefragt, wie er Aquacasia in drei Worte zusammenfassen würde. Die Antwort kam spontan: „Freude am Essen!“

 

Feinschmeckerin auf Reisen … Mauritius (Inselfrühstück)

Pfannkuchen zum Frühstück? Das ist nichts Ungewöhnliches, auch nicht in Südindien. Dort heißt er Dosa und besteht aus einem fermentierten Teig aus Reis und Urdbohnen. Dass es ihn auch auf Mauritius zu essen gibt, ist nicht verwunderlich, denn die Küche ist von kreolischen, chinesischen, europäischen, afrikanischen und indischen Einflüssen geprägt. Und sie ist sehr würzig, was nicht nur für die vielfältigen Currys gilt. Zum Dosa wird üblicherweise ein Kokosnuss-Chutney und eine aromatische Soße serviert.

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Ob das auch zuhause zum Frühstück schmecken würde? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Essen eines Landes viel mit dem Klima zu tun hat: Je wärmer, desto würziger, desto vielfältiger die Aromen. Um es kurz zu machen: Auf Mauritius schmeckt Dosa zum Frühstück, auch wenn der grüne Chili im Chutney aufgrund seiner Schärfe schweißtreibend sein kann. Bei mir haben Salat und Maracuja für „Linderung“ gesorgt.

Feinschmeckerin auf Reisen … Mauritius (genussvoller Auftakt)

„Die besten Dinge verdanken wir dem Zufall.“ Dieses Zitat von Giacomo Casanova kann ich gerade voll und ganz unterstreichen. Vor wenigen Tagen erhielt ich einen Anruf, ob ich Lust hätte, Anfag Mai für ein paar Tage nach Mauritus zu reisen. Es war eines dieser Angbote, dass man nicht ablehnen kann. Wer weiß, ob sich diese Chance je wieder ergibt? Wellness ist ein großes Thema auf der Insel. Das vielfältige Angebot werde ich in den nächsten Tagen kennenlernen. Doch auch kulinarisch gibt es hier einiges zu entdecken.

Schlemmen durfte ich bereits während der Anreise. Die Erkenntnis: Essen im Flugzeug kann richtig lecker schmecken. Okay, das gilt vorallem für Passagiere in der Businessclass. (Dass ich dort sitzen durfte, hatte ich einem weiteren glücklichen Zufall zu verdanken – Losglück!)

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Dinner in der Condor-Businessclass

Vorallem die Vorspeisen-Variation, unter anderem mit Avocado-Petersilienmousse und Bulgur-Mango-Salat, hat mich begeistert. Der Red Snapper zur Hauptspeise war leider etwas zu lange im Ofen, doch dafür überzeugten Steinsalz- und Landkäse mit getrockneten Aprikosen und Steirischem Kürbiskernöl sowie das Passionsfrucht-Champagner-Törtchen zum Dessert. Es war ein genussvoller Auftakt zu einer spannenden Reise!

Ich hoffe meine Glückssträhne geht weiter!