Auf Biergenusstour in Saarbrücken

Premiere gelungen! Sechs Personen, fünf Locations, leckeres Essen, sehr viel Bier und jede Menge Spaß: Das waren die Zutaten meiner ersten Biergenusstour durch Saarbrücken, ein „Walking Foodpairing“ sozusagen. Zusammen mit fünf weiteren trinkfreudigen Genießern ging es unter meiner Regie einen Abend lang von Lokal zu Lokal.

Zum Auftakt gab es Guiness für die Herren und Kilkenny für die Damen sowie salzige warme Scones für alle in der Baker Street. Wir genossen die besondere Atmosphäre im Abenteuersalon mit den Schätze des Saarbrücker Weltenbummlers Heinz Rox Schulz.

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Weiter ging es mit der Vospeise: Sushi und japanisches Bier im ROT Fine Art Sushi. Die Platte mit 18 köstlichen Sushi-Spezialitäten war leider viel zu schnell leer.

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Ein Muss bei so einer Tour ist das Le Tempelier, die belgische Kneipe mit der größten Bierauswahl Saarbrückens. Hier wurde wild durcheinander bestellt – doch Pommes und Flammkuchen schmeckten überraschenderweise zu jedem Bier.

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Das Dessert war im Vorfeld die größte Herausforderung. Doch im Stiefelbräu wurde ich fündig: Bockbier, Bierlikörparfait und Bierbrand bildeten die hochprozentige Desservariation. Mmmmh!

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Das große Finale fand in der Nautilus Bar statt. Dessen Inhaber Ralf hatte ich im Vorfeld gefragt, ob er auch Biercocktails mixen kann. Sechs verschiedenen Kreationen zauberte er für uns an der Bar. Und wenig überraschend: Auch diese wurden alle ausgetrunken.

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Fazit:

Für eine Biergenusstour ist …

  • Saarbrücken der ideale Ort, weil alles fußläufig zu erreichen ist.
  • der Samstag der falsche Tag, weil es dann in manchen Lokalen laut und eng wird.
  • es wichtig, dass die Lokale bereit sind, einen Tisch für einen „Kurzbesuch“ zu reservieren.
  • es gar nicht so einfach, einen  Zeitplan zu erstellen und einzuhalten.
  • eine Gruppengröße zwischen vier und acht Personen ideal.
  • es selbstverständlich, das Auto zuhause stehen zu lassen.
  • es bald mal wieder an der Zeit!

 

Und die Kosten? Wir hatten im Vorfeld per Losverfahren entschieden, wer von uns sechs an welcher der fünf Station bezahlt und wer den Joker erhält. Ich schätze, dass eine organisierte und begleitete Biergenusstour mit fünf Stationen 59 Euro pro Person kosten würde. Über entsprechende Anfragen würde ich mich sehr freuen!

Herzlichen Glückwunsch!

20161130_210106Die beste Nachricht des Tages: Die belgische Bierkultur ist von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt worden. Herzlichen Glückwunsch an die vielen großen und kleinen Brauereien, die diese Kultur mit so viel Leidenschaft pflegen!

 

 

 

 

Über belgisches Bier habe ich meine Liebe zu diesem Getränk entdeckt. Meine Stammkneipe in Saarbrücken, die heute Le Tempelier heißt, habe ich seit je her nur „der Belgier“ genannt. Hier gibt es Quack, Leffe, Faro, Grimbergen, Duvel, Delirium Tremens und viele weitere leckere Biere. Und auch ein paar weniger leckere. (Kokosbier – brrr!)

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Belgien wurde im Lauf der Zeit zum geliebten Kurzreiseziel: Brüssel, Brügge, Dinant, Leuven, Mons, Namur, Arlon – schöne Erinnerungen an viele bierige Erlebnisse. Vor Kurzem war es wieder einmal Gent, um (Bier-)Kultur zu genießen. Solche Bierläden sind meine Shoppingparadiese 😉

 

 

Über 1000 verschiedene Biere soll es in Belgien geben. Doch nicht die Quantität prägt die Kultur. Das Reinheitsgebot gilt in Belgien nicht, (Kandis-)Zucker, Gewürze, Früchte und mehr sorgen für Geschmacksvielfalt. Es sind traditionell obergärige Bierspezialitäten, die deshalb auch besonders aromatisch und vollmundig sind. Etwa ganz Besonderes sind die Abteibiere, darunter die Trappistenbiere aus den sechs belgischen Trappistenklöster. Und da gibt es auch noch die Lambics, die durch Spontangärung entstehen. Wer mehr über belgische Bierkultur erfahren möchte, sollte einen Blick ins nächste Programm der vhs Regionalverband Saarbrücken werfen.

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Gut zu wissen: Belgische Biere sind oft sehr stark. Denn zwischen 1919 und 1983 sorgte in Belgien das Vandervelde-Gesetz dafür, dass der Verkauf von Spirituosen in Bars verboten und deshalb Bier mit höherem Alkoholgehalt produziert wurde. Die Namenszusätze „Triple“ und „Quadruple“ weisen auf Hochprozentiges hin. Ähnliches gilt für belgische Weihnachtsbiere. Man muss aber nicht bis zum 24. Dezember warten, um diese zu genießen. Ich stoße auf Belgien an – zum Wohl!

 

IPA-Party – Hopfenoffenbarungen

Wow! Sechs IPAs, sechs „Hopfenoffenbarungen„. Dazu gab es ein kleines Foodpairing mit orientalisch gewürzter, scharfer Kürbissuppe, dreierlei indischem Curry und einer schlichten Dessertvariation.

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Go West! IPA
Anchor Brewing (USA)
IBU: 75
Stammwürze: –
Alkohol: 6,7%

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Craftwerk Brewing
IBU: 65
Stammwürze: 17,4°
Alkohol: 8%

Amarsi
BrauKunstKeller
IBU: 66
Stammwürze: 18°
Alkohol: 8,4%

LAGUNA
West Coast IPA
BrauKunstKeller
IBU: 77
Stammwürze: 16°
Alkohol: 6,8%

Ei Pi Ai
(Camba Bavaria)
IBU: 62
Stammwürze: 17,5°
Alkohol: 8%

XPA
(Schoppe Bräu)
IBU: 70
Stammwürze: 16,5°
Alkohol: 7%

 

Gute IPAs
… duften intensiv – nach nach Früchten, nach Harz, nach Blumen, nach Gras …
… leuchten im Glas: rot, orange, mahagoni, …
… sorgen für Geschmacksexplosionen im Mund.
… sind sehr, sehr bitter – also nichts für Anfänger 😉
… sind hochprozentig.
… brauchen eigentlich keine kulinarischen Begleiter.

 

Foodpairing:

IPA zur scharfen Kürbisuppe:
Keine gute Idee: bitter + scharf = sehr scharf
Und der Geschmack bleibt auf der Strecke.

IPA zu indischen Curry-Gerichten:
Ja, das geht: Gewürze, Aromen, Gewürze, Aromen, ….
Das nächste Mal lieber ein Pils.

IPA zu Bitterschokolade (85%):
Zauberei: Das Schokolade-Aroma verschwindet beim Trinken völlig.

IPA zu Spritzgebäck:
Vergiss es!

IPA zu Banane:
Ja, das ist interessant. Die Banane kann durchaus im Aroma und Geschmack mithalten und mildert das Brennen des Alkohols ab.

IPA zu Lebkuchen:
Ganz großes Kino! Die Gewürze „tanzen“ im Mund, die Aromen hallen noch lange nach.

Das sagt WikipediaIndia Pale Ale (I.P.A.) ist ein helles, stärker eingebrautes Pale Ale. Das Bier soll im 19. Jahrhundert in England und Schottland für die indischen Kronkolonien mit einem höheren Alkohol- und Hopfengehalt gebraut worden sein. (…) Ein klassisches India Pale Ale hat einen sehr kräftigen und intensiven Geschmack. Die fruchtige Note soll stark hervortreten und bereits beim Aromatest deutlich wahrnehmbar sein. Um das Hopfenaroma weiter zu erhöhen, werden diese Biere oftmals hopfengestopft. Dies bedeutet, dass während der Bierreifung eine weitere Hopfengabe getätigt wird, wobei sich insbesondere die ansonsten leicht flüchtigen Hopfenöle im Bier anreichern.

Favorit des Abends: Amarsi (BrauKunstKeller)
Das duftet so wunderbar nach Orangen, Mangos, Mandarinen, Grapefruit und ein wenig Karamell, dass man nur kleine Schlückchen nimmt, um möglichst lange daran schnuppern zu können. Trotz 66 IBU ist die Bittere angenehm, wofür auch der malzige Körper verantwortlich ist. Dass die Aromen lange nachhallen zeugt ebenfalls von den Star-Qualitäten des Amarsi.

Biersommelier Teil VI – Finale

Tag 6/7 – Teil1: Wiederholung

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Was ist Bier?

St. Florian – der Bier-Patron

Geschichte des Bieres

 

 

 

 

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Bierherstellung:

  • Rohstoffe
  • Brauvorgang
  • selbst gebrautes Bier
  • Braurei-Führung

 

 

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(Gesunde) Inhaltsstoffe im Bier

Die Gefahren des Alkohol

WHO-Epfehlung

 

 

 

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Biergebinde

Biereinkauf

Lagerung

 

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Schankanlage

Reinigung der Schankanlage

Anzapfen

 

 

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Zapfen /Eingießen von Bier

Ausschankfehler

Einteilung der Biere

 

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Biere in Österreich

Biere in Belgien, Deutschland, Großbritannien

Biergläser, Biergläserpflege

 

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Bierdesgustation (Bier und Käse, Bier und Schokolade)

Bier und Speisen

Bierkarte

 

 

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Kochen mit Bier

Biermischgetränke

Biercocktails

…. und vieles mehr

 

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Fazit:

Die Welt des Bieres ist faszinierender denn je! 

 

 

 

Tag 6/7 – Teil2: schriftliche Prüfung

  • Fragenkatalog zur Vorbereitung (211 Fragen)
  • Multiple Choice-Test
  • 25 Fragen mit mehren Antwortmöglichkeiten
  • bestanden?

Morgen dann die mündliche Prüfung ….

Biersommelier Teil V – die Welt der Biere

Tag 5/7

20161103_182132Einteilung der Biere nach Gärungsart:
(Gärung: Hefe verstoffwechselt Zucker zu Alkohol, CO2 und Energie)

Obergärung:

  • Hefezelle bildet Ketten, die von CO2-Blasen an die Oberfläche getragen werden
  • 2-5 Tage
  • 12-15 Grad

Obergärige Biere:

  • Weizenbier (hell, dunkel, Kristall, Bock, …)
  • Berliner Weisse
  • Gose
  • Kölsch
  • Alt
  • Belgien Ale (Blond, Wir, Saison, Stong Ale – Dubbel, Trippel, Quadrupel, …)
  • Ale (Barley Wine, Bitter, Pale Ale, IPA, Imperal IPA, SHIPA, Session IPA, …
  • Porter (Stout, Imperial Stout, Milk, Oyster, Oatmeal, …)
  • Sauerbiere
  •  …

Untergärung

  • Einzelne Hefezellen sinken zu Boden
  • 5-10 Tage
  • 6-12 Grad

Untergärige Biere:

  • Vollbier (Helles/Märzen, Export, Festbier, Wiener Lager, Dunkel, Schwarzbier, Deutsches Märzen, Deutsches Pilsener, Böhmisches Pilsener, …)
  • Zwickel, Kellerbier
  • Baltic Porter
  • Leichtbier
  • Strong Lager (Bock, Doppelbock, Eisbock)
  • Rauchbiere

Spontangärig: 

  • Hefe aus der Luft
  • offene Gärtanks
  • mehrere Wochen

Spontangärige Biere:

  • Lambic (Geuze, Frucht-Geuze, Faro -mit Kandiszucker)

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-> ca. 200 Bierstile

European Beer Star: 57 Kategorien

Achtung: österreichisches Märzen ist ein Synonym für „Lager“!!

Pils: 1842 Josef Groll aus Bayern in Pilsen gebraut

Craftbier = außergewöhnliche Bierspezialität

Bierland Österreich

  • 221 Brauereien (September 2016) + Gipsy-Brewer (Wander-/Kuckucksbrauer)
  • Jahresproduktion 2015: 9 Mio hl (davon rund 10% exportiert)
    EU: 390 hl, D: 94,4 hl
  • Verbrauch: 105 l/EW (Tschechien: 140 l/EW, D: 107 l/EW)
  • ca. 65% Märzen (Lager)
  • Mehrweggebinde: 70 % (außer Wien: 30 %)
  • Biersteuer: 24% (D: 9,44 %, Tschechien: 13,47 %)

Bierland Belgien

  • 115 Braustätten
  • ca. 1000 verschiedene Biere
  • malzgeprägte Flavour
  • Vandervelde-Gesetz: Spirituosen-Verbot, Ersatz: starke Biere
  • untergärige Biere: Jupiler, Stella Artois,
  • sehr viele obergärige Biere
  • zu jeder Sorte ein eigenes Glas
  • Geuze: aus jungem und altem Lambic, „Brüsseler Champagner“
  • Trappistenbiere (6 Braustätten in Belgien, 1 in Ö: Engelszell)
  • Dubbel, Trippel, Quadrippel (stark, noch stärker, sehr stark)

Bierland Großbritannien

  • wenig Schaum
  • Ale (hell), Porter (dunkel) – obergärig
  • Zusatz „Imperial“: von allem mehr
  • Pale Ale (Traditional oder New Style)
  • IPA (India Pale Ale): Hopfen-betont, viele Flavours, viel Bittere
  • „bestes IPA der Welt“: Affenkönig (Brauerei BrewAge Wien!)
  • Baltic Porter – untergärig

Bierland USA

  • 80er-Jahre: 44 Braustätten
  • 2016: ca. 4500 Braustätten

Biersommelier Teil III – Exkurs: Bier und Gesundheit

Bier enthält Alkohol, viele gesunde Inhaltsstoffe und wenig Kalorien.

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Auf den Punkt gebracht: Bier, maßvoll genossen, ist gesund.

Hippokrates (um 400 v.Chr.): Bier ist eine wahrhaft göttliche Medizin.
Hildegard von Bingen (12. Jh): Cervisiam bibat! (Man trinke Bier!)
Paracelsus (16. Jh.) empfahl den lindernden Gerstensud.

Pro 100 Gramm enthält

  • Lager-Märzenbier (12% Stammwürze): 45 Kcal
  • Wein: 45-60 Kcal
  • Vollmilch: 65 Kcal
  • Sekt: 100-130 Kcal
  • Whisky: 300 Kcal

Der Alkohol im Bier macht gesellig und lustig -> Lachen ist gesund
Ein Bierpflegebad pflegt die Haut.
Moderater Biergenuss senkt das Herzinfarktrisiko und ist positiv für das Herz-Kreislauf-System.
1 Liter Bier schützt genauso gut vor Freien Radikalen wie 4-5 Portionen Obst und Gemüse am Tag, 7 Gläser O-Saft, 20 Gläser A-Saft oder 12 Gläser Wein.
Bier enthält Phosphor, Kalium, Chlorid, Fluor, Magnesium, Chrom, Silicium sowie B-Vitamine (2, 3, 5, 6, 9, 12)- und die Stoffe liegen in einer hohen Bioverfügbarkeit vor.
Malz: Minerastoffe, Vitamine, Ballaststoffe, Radikalfänger
Hefe: B-Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Aminsosäuren
Hopfen: viele gesundheitsfördernde Inhaltssoffe, ist beruhigend, entgiftend und entzündungshemmend.

ABER: Bier enthält Alkohol – ein Zellgift, das den Körper schädigen und zu Abhängigkeit führen kann!!!
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WHO-Empfehlung:
1 l Bier pro Tag (Mann), 0,5 l Bier pro Tag (Frau) – 2 alkoholfreie Tage pro Woche

Isotonisch ist nur alkoholfreies Weizenbier!
Alkoholfreies Bier (unter 0,5 %) entsteht entweder durch gestoppte Gärung oder Alkoholentzug nach der Gärung.