Experimente mit der Food-Foto-App

Ich bin offen für konstruktive Kritik – ich muss nur noch lernen, damit umzugehen. Nachdem mir ein erfahrener Kollege den guten Rat gegeben hat, mir eine „ordentliche“ Food-Foto-App zuzulegen, habe ich mir Foodie auf mein Handy geholt. (Danke S.!)

Jetzt experimentiere ich mit den vielen Filtern von „Mmmh“ und „Süß“ über „Frisch“ und „Lecker“ bis zu „Knusprig“ und „Romantisch“. Mein erstes Modell war ein Salat:

 

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Das perfekte Spargel-Bier

Zeitgleich mit der Spargelernte gibt es wieder jede Menge Tipps für den perfekten Spargel-Wein. Weiß muss er sein, trocken, mit zarter Würze und feiner Säure. Ich habe mich nach der Suche nach dem perfekten Spargel-Bier gemacht – und im Bio-Laden meines Vertrauens gefunden!

Mit Bio-Bier hatte ich zuvor weniger gute Erfahrungen gemacht, aber aufgrund meine Schwäche für IPAs hat es vor Kurzem eine Flasche Riedenburger Dolden Sud IPA in meinen Einkaufskorb geschafft. Und es war Liebe auf den ersten Schluck! „Ausgewählte Aroma-Hopfensorten verleihen dem Bier ein fruchtig-süßliches Hopfenaroma. Geschmacklich bilden die Hopfenbittere, der Körper des erlesenen Riedenburger Sommergerstenmalzes und die würzige Hefenote eine außergewöhnliche, wohlschmeckende Allianz“, lautet dazu die offizielle Beschreibung. Für mich ist es das perfekte Frühlingsbier! Es duftet, ohne parfümiert zu wirken, es ist ungefiltert, was es vermutlich noch „gesünder“ macht, und es hat eine bittere Eleganz. (Für Experten: 55 IBU) Gerade Letzteres macht das Bier zum idealen Spargel-Begleiter.

Kombiniert habe ich es mit gebratenem weißen und grünen Spargel, neuen Backofen-Kartoffeln, gratinierten Datteltomaten und Kürbiskern-Pesto – alles bio, alles lecker! P1060640P1060646

Womit das Bier hingegen gar nicht harmoniert ist Apfelkuchen. Dafür ist es zu bitter. Ja, ich weiß: Zu Apfelkuchen schmeckt Schlagsahne und Kaffee, vielleicht ein Schlückchen Calvados. Bier zählt nicht zu den Digestifs – noch nicht. Und wer sagt, dass es nicht auch das perfekte Apfelkuchen-Bier gibt?P1060650

Die Beherrschung verlieren: Sauerkrautauflauf

Jürgen Tarrach ist ein Genussmensch. Das sieht man dem deutschen Schauspieler auch an. Man könnte ihn knuffig nennen oder stattlich oder imposant. 2013 hat er zusammen mit seinem Freund Klaus Ortner ein Buch geschrieben. In „Richtig fressen“ schreibt er über den „absoluten, harmonischen Genuss“, wenn das Essen schmeckt, und er gibt Anleitungen, um die „Beherrschung zu verlieren“. Beides gelingt bestens mit seinem Rezept für Sauerkrautauflauf. Er habe es bei Dreharbeiten im österreichischen Waldviertel kennengelernt. Als „kleines Wunder“ bezeichnet Tarrach das Gericht, das in seiner „Schlichtheit unvergleichlich und in seiner saftig säuerlichen Vielfalt grandios“ sei.

Er hat recht! Anfangs ist es schwer vorstellbar, dass diese Mischung nach mehr als ein Resteessen schmeckt. Aber ich kann versichern: Es ist himmlisch – vorausgesetzt man mag Sauerkraut.

In den vergangenen 13 Jahren habe ich das Rezept weiterentwickelt. Statt Fleischreste, wie bei Jürgen Tarrach, nehme ich Hackfleisch und Leberwurst.

Was ich noch toll an diesem Rezept finde: Man muss es mit der Menge der Zutaten nicht so genau nehmen. (Dass beim Backen das Gegenteil gilt, werde ich wohl nie lernen). Deshalb folgt keine Zutatenliste, sondern die Anleitung für das „kleine Wunder“.

P1060624  In etwas Butterschmalz angebraten werden: Zwiebeln, Hackfleisch, Tomatenmark (wenig) und Leberwurst (viel). Für Figurbewusste: Das Fett, das sich dabei ansammelt, kann mit einem Stück Küchenrolle aufgesaugt werden. Anschließend mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und – wir sind schließlich im Saarland – Maggi würzen.In eine Auflaufform kommen

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1. Kartoffeln, die gesalzen werden,

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2. die Hackfleisch-Leberwurst-Mischung,

P1060627  3. Sauerkraut und 4. Crème fraîche (doppelt so viel wie auf dem Foto, am besten eine ganze Schicht; Figurbewusste nehmen Crème légère)

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Ich befürchte, hier habe ich bereits bei der Menge des Sauerkrauts die Beherrschung verloren 😉

P1060632  Nach rund 40 Minuten bei 200 Grad (Ober- und Unterhitze), währenddessen sich in der ganzen Wohnung ein verlockender Geruch breitgemacht hat, ist der Auflauf fertig.

P1060634  Zugegeben: Das Foto wird beim World-Foodblog-Photography-Award nicht in die engere Auswahl der Finalisten kommen, aber so – verfeinert mit ein paar kleingeschnittenen Äpfelchen und viel Pfeffer – schmeckt  mir der Sauerkrautauflauf am besten.

Vermutlich ist das ein Gericht, das nach dem zweiten oder dritten Mal aufwärmen noch besser schmeckt – aber das konnte ich bisher noch nicht verifizieren …

Danke Jürgen!

Baby und Bierkrug (mit Video)

Der heutige Tag des deutschen Bieres soll Anlass für meinen ersten Blogbeitrag sein. Die Faszination für das „flüssige Gold“ wurde mir offenbar schon in die Wiege gelegt: Baby und Bierkrug. Was früher nur mein Vater – aus Krügen – getrunken hat, ist für mich ein spannendes Genussmittel geworden. Erst waren es die belgischen Biere, die mir das große Spektrum des Getränks offenbart haben. Die Entwicklung der Craft Beer-Szene verfolge ich mit Spannung – und nicht nur in der Theorie. Derzeit beschäftige ich mich mit IPA. Das Indian Pale Ale, das im 19. Jahrhundert von den Britten für die indischen Kolonien gebraut wurde, zeichnet sich durch seine hohe Stammwürze und seine große Menge Hopfen aus. Das sind oft charaktervolle, beeindruckende Biere mit vielfältigen Aromen.

Übrigens: Um meine Leber oder meine Taille muss sich niemand Sorgen machen. Auf beides achte ich sehr gut!